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Cengiz Kulaksiz

Da ich 1997 begonnen habe in der HKLS – Branche zu arbeiten und mich seit 2008 tagtäglich mit KundInnen über die Entwässerung von Abwasser austausche, möchte ich gerne an dieser Stelle meine Erfahrungen mit Ihnen teilen. Gleichzeitig informiere ich mich als langjähriges Mitglied im österreichischen Normungsausschuss über zukünftige Herausforderungen in der Gebäudeentwässerung.
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Alles andere als Schall und Rauch! – Schallschutz im Bad

Egal, ob Installateur, Planer, Architekt oder privater Häuslbauer, alle haben dasselbe Ziel: Den erfolgreichen und termingerechten Abschluss des jeweiligen Bauprojektes. Schallschutz im Bad wird dabei häufig unterschätzt. Mangelnder Schallschutz gilt nicht nur als Baumangel, sondern kann auch Gesundheitsrisiken für die Bewohner mit sich bringen. Hier zeigen wir Ihnen wie Sie schallschutzbedingte Reklamationen vermeiden und so Ihre Kunden zufriedenstellen. Außerdem erfahren Sie hier alles über die Neuigkeiten der ÖNORM B8115-2 bzw. B8115-5.

Lärm als Gesundheitsrisiko

Ruhe in den eigenen vier Wänden ist ein Grundbedürfnis und wirkt sich wesentlich auf unsere Gesundheit und Lebensqualität aus. Menschen, die ständigem Lärm ausgesetzt sind, leiden laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch unter gesundheitlichen Problemen. Neben einem erhöhten Herzinfarktrisiko gehören zu den Langzeitschäden durch dauerhafte Lärmbelastung auch Schlafstörungen, Depressionen und Gehörschäden. Ob ein Geräusch als störend oder angenehm empfunden wird, hängt im Wesentlichen von der subjektiven Wahrnehmung jedes einzelnen ab. Das Lärmempfinden ist daher nicht messbar. Was jedoch gemessen werden kann, ist der Schall. Doch was ist Schall überhaupt, wie entsteht er und wie wird er gemessen?

Schall, Lärm & Dezibel leicht erklärt

Unterschieden wird beim Schall außerdem zwischen Luftschall und Körperschall. Luftschall breitet sich über die Luft aus und entsteht z.B. durch Gespräche. Körperschall hingegen breitet sich durch Festkörper wie z.B. Beton, Stein oder Holz aus und entsteht z.B. durch Trittschall oder haustechnische Anlagen.

„Schallwellen sind Luftdruckschwankungen, die wir als Geräusch wahrnehmen. Je stärker die Schallwelle, desto eher empfinden Menschen diese als störend und sprechen von Lärm. Eine Messung des Schallpegels erfolgt mit Hilfe eines Schallpegelmessers, der akustische Signale (Schalldruck am Messort) in elektrische Signale umwandelt.“ – (siehe Fluglärm Portal)
Die Höhe des Schalls wird in Dezibel (dB) angegeben. Ein Dezibel ist der geringste für den Menschen hörbare Ton. Die Schallskala ist jedoch logarithmisch, was bedeutet, dass schon eine vermeintlich geringe Erhöhung des Schalls von 10 Dezibel vom menschlichen Gehör als Verdoppelung wahrgenommen wird. Wird ein Wert von 30 dB dauerhaft überschritten, besteht laut WHO ein Gesundheitsrisiko.

 

Lautstärke in DezibelGeräuschartGeräusch­empfinden
10 dbBlätterraschelnKaum hörbar
20 dBTicken einer ArmbanduhrKaum hörbar
30 dBFlüsternSehr leise
60 dBNormales Gespräch (1m Entfernung)-
70 dBVorbeifahrender PKW (10m Entfernung)Laut
90 dBVorbeifahrender LKW (10m Entfernung)Sehr laut
100 dBAutohupen (10m Entfernung)Kaum erträglich
Tabelle 1: Verschiedene Geräusche und deren Schalldruck

Lärm birgt Konfliktpotential

Geräusche, die vom Nachbarn in die eigene Wohnung dringen, werden meistens als äußerst störend empfunden. Vor allem zu Ruhezeiten bzw. wenn wir schlafen möchten, wirken sich Störungen durch Lärm schlecht auf unser Gemüt aus. Dieser Umstand birgt viel Konfliktpotential zwischen Nachbarn, welches sich durch entsprechende bauliche Maßnahmen, angefangen von der Planung bis hin zur Ausführung vermeiden lässt. Daher gilt es insbesondere im Wohn- und Hotelbau, konsequent auf Schallschutz zu achten.
Beim Schallschutz in Gebäuden, insbesondere im Badezimmer, gilt es, Körperschall, also Funktionsgeräusche (z. B. durch Duschen oder Betätigung der WC-Spülung) sowie Trittschallgeräusche soweit zu absorbieren, dass in angrenzende Räume keine Schallübertragung stattfindet.

Was ist bei der Planung von Duschanlagen beim Thema Schallschutz zu beachten?

Die vornehmliche Verantwortung beim Thema Schallschutz im Bad liegt zunächst beim Planer und in zweiter Linie auch beim ausführenden Fachhandwerker. Der Planer sollte bei der Auswahl einer geeigneten Entwässerungslösung die vom Hersteller angegebenen Schallwerte auf die jeweilige Einbausituation übertragen oder ggf. neu bewerten. Dieser Nachweis ist in der Regel bereits in der Planungsphase Bedingung für die Produktauswahl. Richtlinien und Normen definieren verschiedene Schallwerte, die nicht überschritten werden dürfen und geben dem Planer damit ein nützliches Werkzeug zur Hand. Bei Überschreitung der festgelegten Schallwerte spricht man gemäß ÖNORM B8115-2 von einem Baumangel. Es kann somit zu Reklamationen kommen, deren Schäden unter Umständen die Planer oder Ausführenden tragen müssen. Entsprechend wichtig ist daher auch die normgerechte Umsetzung in der Praxis. Dabei ist eine koordinierte Vorgangsweise aller Gewerke und eine sorgfältige Ausführung der Installationsarbeiten essenziell.

Schallwerte von Ablaufsystemen für barrierefreie bzw. barrierearme Duschlösungen (Punktabläufe, Duschrinnen oder Duschtassen) werden in der Regel durch unabhängige Prüfinstitute, wie beispielsweise dem Frauenhofer-Institut für Bauphysik IBP, unter definierten Bedingungen ermittelt. Liegen die geprüften Werte einer Duschlösung unter den festgelegten Anforderungen laut ÖNORM B 8115-5:2021-04 und stimmen die Prüfbedingungen mit der Einbausituation überein, gelten die Anforderungen bei fachgerechter Ausführung als erfüllt. Weicht jedoch die Einbausituation (Schüttung, Trittschalldämmung, Wärmedämmung, Estrich) eklatant vom Prüfaufbau des schallgeprüften Ablaufs ab, ist eine Neubewertung vom Planer mit Hilfe der Norm erforderlich. Prüfbedingungen in Bezug auf die genannten Fußbodenaufbauten sollten daher vom Hersteller so definiert und dann auch geprüft werden, dass sie möglichst der Realität entsprechen. Für die Planung ergibt sich dadurch eine wesentliche Erleichterung und mehr Sicherheit.

Was ist neu in der ÖNORM B8115-2 bzw. B8115-5?

Die aktuelle Ausgabe der ÖNORM B 8115-2:2021-04 beinhaltet ein Verfahren zur Ermittlung des Schallschutzniveaus. Auf Basis dieses Verfahrens werden gemäß ÖNORM B 8115-5:2021-04 Klassen für die Qualität des Schallschutzes festgelegt. Mit diesen werden konkrete Anforderungen in Bauordnungen und Gesetzen bzw. privatrechtlich vereinbart und angewendet. Die Klassifizierung des Schallschutzes für Technische Anlagen erfolgt hier in Schallschutzklassen von A (hoher Schallschutz) bis zur Schallschutzklasse E (geringer Schallschutz). Die wesentliche Änderung zu den Vorgängernormen ist der Entfall der allgemeinen Anforderungen an den Schallschutz.

Maßnahmen im Detail – Mit diesen 4 Schritten werden Sie zum Profi beim Schallschutz im Bad

  1. Auswahl der Entwässerungslösung
    Wie zuvor erwähnt, sollte schon in der Planung eine geeignete Lösung ausgewählt werden, welche auch auf die jeweilige Einbausituation abgestimmt ist. Egal ob Duschrinne, Punktablauf oder Tasse: Achten Sie darauf, dass Ihre ausgewählten Produkte über ein Schallschutzgutachten verfügen und gegebenenfalls auch den erhöhten Schallschutz erfüllen.
  2. Verlegen der Rohrleitung
    Bei gefliesten Duschen ist gemäß ÖNORM B3732 darauf zu achten, dass die meist waagrecht in der Fußbodenkonstruktion, mit einem Schallschutzschlauch isolierten, Rohrleitungen ausschließlich in der Ausgleichsschicht verlegt bzw. dort eingebettet werden und es in keinem Fall zu einer horizontalen Schwächung des Estrichs und der Trittschalldämmung kommt. Dabei sind Durchführungen von Rohrleitungen durch den Estrich auf kürzestem Weg sicherzustellen.
  3. Entkoppelung – Planen Sie einen ausreichend hohen Fußbodenaufbau.
    Ein weiteres wichtiges Detail ist die Entkopplung der Ablaufrohre und des Duschablaufes mit der Rohfußbodenkonstruktion (Betondecke), um Körperschallübertragung zu vermeiden. Hier liegt nämlich die größte Gefahrenquelle der Schallübertragung. Um diese Anforderungen erfüllen zu können, ist in der Planung vor allem wichtig, einen ausreichend hohen Fußbodenaufbau und vor allem eine hohe Ausgleichsschicht einzukalkulieren.
  4. Entkopplung – Puffer zwischen Ablaufkörper und Rohbetondecke
    In der Ausführung muss hier auf den Abstand zwischen Ablaufkörper und Rohbetondecke geachtet werden (siehe Abbildung 1). Zwischen dem Ablaufkörper und der Rohbetondecke muss es einen Abstand bzw. Puffer geben, um die Körperschallübertragung zu reduzieren. Es ist darauf zu achten, dass es bei Verwendung von gebundenen Schüttungen in diesem Bereich zu keiner Körperschallbrücke kommt. Entweder füllt man diesen Bereich mit einer trittschalldämmenden Schüttung aus oder man ummantelt den Ablaufkörper mit einem elastischen Schalldämmband. Achten Sie in der Ausführung darauf, dass dieser Abstand auch eingehalten wird.

Schallschutz bei (flachen) Duschtassen – auch hier ist Entkopplung der Schlüssel

Eine weitere beliebte Form der Gestaltung von Duschen sind flache Duschtassen, die direkt auf die Verbundabdichtung verklebt werden. Bei Verwendung von Duschtassen ergeben sich bauphysikalisch einige Vorteile wie z. B.:

  • Durchgehend geradflächige Verlegung des Estrichs im gesamten Bad, keine aufwendige Gefälleausbildung im Duschbereich bzw. Ausnehmung des Estrichs notwendig, damit auch keine Schwächung und Unterbrechung der einzelnen Fußbodenaufbauschichten
  • Einfachere Schnittstellenkoordination der beteiligten Gewerke (Installateur, Estrichleger und Fliesenleger)
  • Mit dem Ablaufsystem HL570 sind die erhöhten Anforderungen an den Schallschutz gemäß ÖNORM B 8115-5:2021-04 erfüllt.

Auch beim Einbau von flachen Duschtassen ist die Entkopplung zwischen Ablaufkörper und Rohbetondecke essentiell (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2 HL570 Einbau mit flacher Duschtasse. Auch hier ist die Entkopplung essentiell

Der richtigen Umsetzung von Schallschutz im Bad sollte vor allem im Wohnungs- und Hotelbau höchste Beachtung geschenkt werden. Fehler in der Planung oder Ausführung wirken sich nicht nur negativ auf die Zufriedenheit Ihrer Kunden aus, sondern werden häufig als Baumängel beurteilt und führen zu Reklamationen. Somit ist der Schallschutz im Bad ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Umsetzung von Projekten. Von der Planung bis hin zur Montage gibt es zwar nur einige wenige, jedoch sehr wichtige Dinge zu beachten, um Schallschutz normgerecht umzusetzen. Wichtig für die erfolgreiche Umsetzung ist jedoch neben dem Zusammenspiel der Gewerke auch jenes zwischen planendem und ausführendem Organ. Selbst beste Planung hilft nichts, wenn diese in der Praxis nicht richtig ausgeführt wird.

HL Hutterer & Lechner hat das renommierte Frauenhofer Prüfinstitut damit beauftragt, das Ablaufsystem HL570, die Duschabläufe HL540 und HL541 sowie die Duschrinne HL53 und HL50 auf Geräuschverhalten unter reellen Einbaubedingungen zu testen. Das Ergebnis dieser Prüfungen ergab, dass bei allen Testungen nicht nur die erforderlichen, sondern auch die erhöhten Anforderungen an den Schallschutz gemäß DIN 4109 und ÖNORM B 8115-2 erfüllt wurden.

Hat Ihnen dieser Artikel geholfen? Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zum Thema? Oder können Sie schon von Reklamationen oder Problemen beim Thema Schallschutz berichten? Dann lassen Sie uns es in den Kommentaren wissen oder melden Sie sich schriftlich oder telefonisch direkt bei uns. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Detaillierter Informationen über die Prüfberichte der einzelnen Duschlösungen finden Sie unter www.hl.at.

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  1. Der Aspekt mit der Entkopplung war mir bekannt. Er wird leider bei der Ausführung häufig nicht beachtet. Bei Reklamationen kommt es dann oft zum Streitfall. Ich finde dabei helfen Ausführungspläne die dem Installateur übergeben werden.

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